Körperorientierte Verhaltenstherapie

Körperorientierte Verhaltenstherapie bietet einen ganzheitlichen Ansatz zur Behandlung von psychischen und physischen Gesundheitsproblemen, indem sie die Verbindung zwischen Körper und Geist nutzt. Durch Techniken wie psychotherapeutisches Atemtraining und Atementspannung können Patienten lernen, ihre Atmung zu regulieren, was positive Auswirkungen auf ihre körperliche und emotionale Gesundheit hat. Diese Methoden sind besonders nützlich bei der Bewältigung von Angststörungen, Stress, Panikattacken und anderen Gesundheitsproblemen. Wenn Sie weitere Informationen oder Unterstützung zur Anwendung körperorientierter verhaltenstherapeutischer Ansätze benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Was ist körperorientierte Verhaltenstherapie?

Körperorientierte Verhaltenstherapie ist ein integrativer Ansatz, der traditionelle verhaltenstherapeutische Techniken mit körperorientierten Methoden kombiniert. Ziel dieser Therapieform ist es, die Verbindung zwischen Körper und Geist zu nutzen, um psychische und physische Erkrankungen zu behandeln. Durch die Einbeziehung des Körpers in den therapeutischen Prozess werden sowohl körperliche Symptome als auch emotionale und kognitive Aspekte berücksichtigt.

 

 

 

Beispiele für Anwendungsbereiche:

1. Psychotherapeutisches Atemtraining

 

Was ist das?

Psychotherapeutisches Atemtraining ist eine Technik innerhalb der körperorientierten Verhaltenstherapie, die darauf abzielt, das Bewusstsein für die eigene Atmung zu schärfen und die Atemmuster zu regulieren. Durch gezielte Atemübungen lernen Patienten, ihre Atmung zu kontrollieren, was wiederum Einfluss auf ihre körperliche und emotionale Gesundheit hat.

 

Anwendungsbereiche:

  • Angststörungen: Durch kontrollierte Atemübungen können Patienten ihre physiologische Reaktion auf Angst reduzieren. Tiefe und langsame Atmung hilft, den Atemreflex zu stabilisieren und die Herzfrequenz zu senken, wodurch das Gefühl von Angst und Panik gemindert wird.
  • Panikattacken: Regelmäßiges Atemtraining kann helfen, die Intensität und Häufigkeit von Panikattacken zu verringern. Lerntechniken wie die 4-7-8-Atemübung können sofortige Beruhigung in akuten Situationen bringen.
  • Stressbewältigung: Bewusstes Atmen und spezifische Atemübungen können helfen, Stress und Anspannung abzubauen und ein Gefühl der Ruhe und Entspannung zu fördern.
  • Schlafstörungen: Techniken wie die Zwerchfellatmung können helfen, den Körper in einen Zustand der Entspannung zu versetzen, was wiederum das Einschlafen erleichtern kann.
  • Atemkontrolle bei chronischem Schmerz: Patienten lernen, Atemtechniken anzuwenden, um ihre Reaktion auf Schmerz zu kontrollieren und zu lindern.

 

 

2. Atementspannung

Was ist das?

Atementspannung umfasst eine Reihe von Übungen und Techniken, die darauf abzielen, den Körper durch bewusste Atemkontrolle zu entspannen. Diese Techniken helfen, Spannungen im Körper zu lösen, das Nervensystem zu beruhigen und den Geist zu klären.

 

Anwendungsbereiche:

  • Depression: Atementspannungsübungen können das parasympathische Nervensystem aktivieren, das die Produktion von Stresshormonen reduziert und das Gefühl der Ruhe und des Wohlbefindens fördert.
  • Körperliche Beschwerden: Regelmäßige Atementspannungsübungen können helfen, muskuläre Verspannungen und Schmerzen zu lindern, die oft mit Stress und Angst verbunden sind.
  • Emotionale Regulation: Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihre Emotionen zu kontrollieren, können durch Atementspannungstechniken lernen, ihre emotionale Reaktivität zu verringern und eine stabilere Stimmungslage zu erreichen.
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen: Bewusstes Atmen kann die Konzentration verbessern und das Gefühl geistiger Klarheit fördern. Es hilft, den Geist zu beruhigen und Ablenkungen zu minimieren.
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Atementspannungsübungen können helfen, Flashbacks und Hyperarousal zu reduzieren, indem sie das Nervensystem beruhigen und ein Gefühl der Sicherheit schaffen.

 

 

3. Körperwahrnehmung und Achtsamkeit

 

Was ist das?

Bei der Integration von Körperwahrnehmung und Achtsamkeit in die Verhaltenstherapie liegt der Fokus auf dem bewussten Erleben des eigenen Körpers und der aktuellen Umgebung. Achtsamkeitsübungen helfen Patienten, im Moment präsent zu sein und entwickeln ein besseres Bewusstsein für körperliche Empfindungen.

 

Anwendungsbereiche:

  • Chronischer Stress: Achtsamkeitsbasierte Körperwahrnehmung kann helfen, das Bewusstsein für Stresssignale im Körper zu erhöhen und durch gezielte Techniken zu entspannen.
  • Emotionale Regulation: Menschen können lernen, emotionale Belastungen frühzeitig zu erkennen und besser darauf zu reagieren, indem sie Achtsamkeitstechniken praktizieren.
  • Verbesserung des Körperbilds: Durch achtsame Körperwahrnehmung können Patienten ein positiveres Verhältnis zu ihrem Körper entwickeln und übermäßige Selbstkritik reduzieren.

 

 

4. Progressive Muskelentspannung (PME)

Was ist das?

Progressive Muskelentspannung ist eine Entspannungstechnik, bei der Muskelgruppen systematisch angespannt und dann entspannt werden, um körperliche und psychische Spannungen zu reduzieren. 

 

Anwendungsbereiche:

  • Angst und Stress: PME kann helfen, Muskelverspannungen zu lösen, die oft mit Angst und Stress verbunden sind.
  • Schmerzmanagement: Diese Technik kann bei der Linderung von chronischen Schmerzen beitragen, indem sie die Muskelspannung reduziert.
  • Schlafstörungen: Durch die gezielte Entspannung der Muskulatur kann PME die Schlaffähigkeit verbessern.
  • Depression: Die Übung fördert ein Gefühl der Ruhe und kann depressive Symptome mildern.

 

 

5. Biofeedback

Was ist das?

Biofeedback ist eine Technik, bei der Personen lernen, physiologische Prozesse wie Herzfrequenz, Muskelspannung und Hautleitwert zu steuern, indem sie Echtzeit-Rückmeldung über ihre körperlichen Zustände erhalten.

 

Anwendungsbereiche:

  • Stressbewältigung: Patienten lernen, physiologische Stresssignale zu erkennen und zu regulieren.
  • Angst und Phobien: Biofeedback-Techniken können helfen, Angstreaktionen zu mindern, indem sie die Kontrolle über körperliche Reaktionen verbessern.
  • Kopfschmerzen und Migräne: Biofeedback kann bei der Behandlung von Spannungskopfschmerzen und Migräne helfen, indem es Muskelspannung und Blutzirkulation beeinflusst.

 

6. Körperzentrierte Imagination

Was ist das?

Körperzentrierte Imagination ist eine Technik, bei der bildhafte Vorstellungen genutzt werden, um positive Veränderungen im Körper und im Geist zu fördern.

 

Anwendungsbereiche:

  • Angstbewältigung: Patienten können durch positive Imaginationen eine beruhigende Wirkung auf ihren Körper erfahren.
  • Selbstheilung: Visuelle Techniken können benutzt werden, um Heilungsprozesse bei physischen Erkrankungen zu unterstützen.
  • Selbstwertgefühl: Durch die Visualisierung positiver Szenarien und Selbstbilder können Patienten ihr Selbstwertgefühl stärken.

 

Körperorientierte Verhaltenstherapie bietet eine Vielzahl von Techniken, die sowohl körperliche als auch psychische Gesundheit fördern können. Durch Ansätze wie Atemtraining, Atementspannung, progressive Muskelentspannung und Biofeedback können Patient*innen lernen, ihre körperlichen Reaktionen auf Stress und Angst zu regulieren, was ihr allgemeines Wohlbefinden verbessert. Körperorientierte Techniken wie Körperwahrnehmung, Imagination und Bewegungstherapie ergänzen die verhaltenstherapeutischen Methoden und bieten ganzheitliche Unterstützung.

 

Diese integrativen Ansätze erleichtern es den Patient*innen, eine tiefere Verbindung zwischen Körper und Geist zu erkennen und zu nutzen, um gesündere Verhaltensmuster und ein ausgeglichenes, erfüllteres Leben zu entwickeln. Wenn Sie weitere Informationen oder Unterstützung hinsichtlich der Anwendung dieser Methoden in Ihrer Therapie wünschen, stehen Ihnen unsere Expert*innen Mag. Thomas Rotter BA., MMag. Dr. Thomas Damisch und Sarah Pramberger BA. pth. gerne zur Verfügung.



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